Bezaubernde Herbstspaziergänge in Wien

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Der Spätherbst ist in Wien eingetroffen. Die Tage sind bereits kurz und dunkel, und es ist schon eine Weile her, dass wir das letzte Mal eine ausreichende Dosis Sonnenlicht bekommen haben. Aufgrund des trüben Lichts und des Morgennebels ist die Stadt oft in ein magisches Zwielicht gehüllt. Eine wunderbare Gelegenheit für entspannende Herbstspaziergänge!

Es mag verlockend sein, einfach im warmen und gemütlichen Zuhause zu bleiben … Aber vielleicht können wir dich an die frische Luft locken! Machen wir uns gemeinsam auf Entdeckungsreise. Da die Möglichkeiten für Aktivitäten im Freien derzeit ja leider eher begrenzt sind, geben wir euch einige Anregungen für schöne Spaziergänge, wo ihr nicht nur frische Luft schnappen, sondern auch die bezaubernde Atmosphäre genießen und euch entspannen könnt. Denn so unterschiedlich diese Orte auch sind, was sie gemeinsam haben, ist ihre einzigartige und manchmal sogar magische Atmosphäre. Folgt uns also auf unserer kleinen Tour und erkundet die schönsten Herbstspaziergänge, die Wien abseits der Touristenpfade zu bieten hat.

Lebensbaumkreis am Himmel

Im Wienerwald auf dem malerischen Cobenzl findet ihr einen ganz besonderen Ort. Steigt an der Haltestelle „Cobenzl Parkplatz“ aus dem Bus 38a aus und geht die Himmelstraße entlang, bis ihr wortwörtlich „am Himmel“ ankommt. Hier hat man tatsächlich das Gefühl, im Himmel zu sein, so wie einem die Wiener Innenstadt und die Donau zu Füßen liegen. Nehmt euch etwas Zeit, um diesen atemberaubenden Ausblick zu genießen und die leuchtend bunten Blätter der umliegenden Hügel und die Weinberge vor euch zu bestaunen.

Setzt euren Spaziergang nun fort, um einen einzigartigen Ort namens „Lebensbaumkreis am Himmel“ zu erreichen. Wie ein Amphitheater angeordnet, wurde dieses nachhaltige Naturdenkmal vor 23 Jahren errichtet und bietet einen Ort der Ruhe und Entspannung. Wenn ihr wettermäßig Glück habt, ruht euch auf den Holzbänken aus und genießt die Sonne und die Natur in vollen Zügen.

Der Lebensbaumkreis am Himmel besteht aus 40 Bäumen, die ein ganzes Jahr symbolisieren. Jeder Baum ist – ähnlich wie unsere Sternzeichen – einem bestimmten Zeitraum/Monat des Jahres zugeordnet. Das bedeutet, dass ihr euren persönlichen Lebensbaum finden können, je nachdem, wann ihr Geburtstag habt. Ihr könnt euch die Geschichte des Baums anhören oder seine Eigenschaften kennen lernen, da die Bäume alle mit einem Lautsprecher ausgestattet sind. Dadurch entsteht die Illusion, dass die Bäume tatsächlich zu euch sprechen. An Wochenenden und Feiertagen wird klassische Musik über die Lautsprecher abgespielt, und der Lebensbaumkreis verwandelt sich in einen einzigartigen Klangraum unter freiem Himmel.

Wenn das Wetter es zulässt, nehmt auf den Bänken am Lebensbaumkreis Platz und genießt die Sonne.

Sisi-Kapelle

Wenn ihr genug Sonnenlicht und Energie getankt habt, geht weiter den Pfad entlang, bis ihr ein kleines Waldstück erreicht. Dort gelangt ihr schließlich zu einer Lichtung, wo ihr mitten im Wald eine schöne, weiße Kapelle findet. Ihr Name ist Sisi-Kapelle, und wie ihr vielleicht schon erraten haben, ist sie nach der berühmten österreichischen Kaiserin Elisabeth (Sisi) benannt. Ursprünglich wurde die Sisi-Kapelle von Baron Carl Freiherr von Sothen zum Gedenken an die Hochzeit des Kaiserpaares Elisabeth und Franz Joseph I. von Österreich im Jahr 1854 erbaut. Sie war der erste neugotische Bau in Wien und wurde nach den Plänen des Architekten Johann A. Garben errichtet. Die Kapelle war bereits im 19. Jahrhundert ein beliebtes Ausflugsziel der Städter, um Ruhe und Erholung zu finden.

Im 20. Jahrhundert verfiel die Kapelle, bis sie 2002 renoviert wurde. Im Zuge dieser Renovierung wurde der Innenraum der Kirche umgestaltet und ein neues Glasdach installiert, um das Zusammenspiel zwischen Natur und Kultur greifbarer zu machen. Mit ihren großen Fenstern und weißen Wänden ähnelt die Kapelle tatsächlich einem kleinen Schloss. Heute kann sie sogar als Veranstaltungsort, zum Beispiel für Hochzeiten, gemietet werden.

Die Sisi-Kapelle besticht durch ihre außergewöhnliche Architektur.

Sternwartepark

Der nächste Ort, den wir mit euch erkunden möchten, ist der Sternwartepark im 18. Bezirk. Vielleicht habt ihr bereits den beliebten Türkenschanzpark besucht. Aber kennt ihr auch seine kleine Schwester, die nur 5 Gehminuten entfernt ist?

Der Park ist hinter Mauern versteckt, und wenn ihr ihn betretet, fühlt ihr euch wie in einer ganz anderen Welt. Er ist eines der Naturdenkmäler Wiens, und seine Besonderheit ist seine Wildnis. Seit 130 Jahren hat sich in seinen Mauern ein Naturjuwel entwickelt, in dem seltene Pflanzen und Tiere wie die von der Europäischen Union geschützten Hirschkäfer und Mittelspechte das Privileg dieses unberührten Refugiums genießen.

Inmitten dieser Landschaft befindet sich die Universitätssternwarte, nach der der Park benannt wurde. Sie wurde 1883 errichtet und ist eine der beiden Sternwarten, die vom Institut für Astronomie der Universität Wien betrieben und sogar heute noch genutzt werden. Viele Jahre lang war der Park nur für Studierende und MitarbeiterInnen des Instituts für Astronomie nutzbar. Doch seit 2013 wurde er für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Nutzt diese tolle Möglichkeit und genießt die Ruhe in dieser verborgenen Naturoase!

Mitten im Sternwartepark findet ihr tatsächlich die Sternwarte der Universität Wien.

Strudlhofstiege

Der nächste Ort für einen Herbstspaziergang liegt näher am Wiener Stadtzentrum, und zwar im 9. Bezirk. Im hübschen Servitenviertel findet ihr die wohl schönste Stiege Wiens, die Strudlhofstiege. Sie besteht aus mehreren Treppen, zwei Springbrunnen und ist durch und durch begrünt. Im symmetrischen unteren Teil der Stiege befinden sich die beiden Brunnen, während man im oberen, asymmetrischen Teil den Blick auf das historische Palais Auersperg vom plattformartigen Aufgang aus genießen kann. Dort findet man auch einige Bänke, die zum Verweilen einladen.

Die Stiege wurde nach dem Maler Peter Strudel benannt, der hier 1688 seine Malschule „Strudlhof“ eröffnete, die zu den ersten Kunsthochschulen Mitteleuropas gehörte. Die Stiege wurde erst 1910 erbaut und stellt eines der Meisterwerke des Wiener Jugendstils dar. Sie erlangte besondere Berühmtheit, da sie einer der wichtigsten Schauplätze und Namensgeber des Romans „Die Strudlhofstiege“ von Heimito von Doderer war. Der 1951 erschienene Roman erzählt die Geschichte des Lebens in Wien um die Zeit des Ersten Weltkriegs. Die Strudlhofstiege fungiert als zentraler Treffpunkt der ProtagonistInnen, deren Leben durch Intrigen und Liebesaffären miteinander verbunden sind. Direkt neben einem der erwähnten Brunnen befindet sich eine Tafel mit dem Gedicht „Auf die Strudlhofstiege„, das Teil des gleichnamigen Romans ist.

Viel Spaß bei der Erkundung all der Details, die diese einzigartige Stiege zu bieten hat. Vergesst dabei nicht, euer Handy herauszuholen, um diese malerische Atmosphäre einzufangen!

Die Strudlhofstiege ist die wohl schönste Stiege Wiens.

Konstantinhügel im Prater

Von unserem letzten Ort habt ihr vielleicht schon gehört, wenn ihr in Wien lebt oder schon mal auf Besuch wart. Er ist nämlich ein Evergreen wenn es um schöne Herbstspaziergänge geht! Es handelt sich um den größten Park Wiens, der Prater. Das Gebiet wurde 1560 von Kaiser Maximilian II. als Jagdrevier gekauft und später für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Noch heute verblüfft er durch seine Weitläufigkeit und wilde Natur; man fühlt sich wie in einem Wald, und das mitten in der Stadt. Die grüne Lunge Wiens ist heute ein beliebtes Naherholungsgebiet, und eine ihrer Besonderheiten ist sicherlich die Prater-Hauptallee. Diese gerade, 4,4 km lange Straße ist nur für Fußgänger und Radfahrer zugänglich und durchzieht fast die gesamte Länge des Praters.

Unser Tipp für euren Praterbesuch: Schaut euch den Konstantinhügel und die süße kleine Brücke über den Teich an, der früher tatsächlich für Bootsfahrten genutzt wurde. Die Brücke, die auf den Hügel führt, heißt Konstantinsteg und ist die baulich älteste noch existierende Brücke Wiens. Nicht viele wissen, dass es auf dem Konstantinhügel einmal ein Café gab, das ursprünglich von Eduard Sacher eröffnet wurde. Nach den Weltkriegen blieb das Gebäude leer und verfiel, bis es 1977 bei einem von unbekannten Tätern gelegten Brand zerstört wurde. Danach wurden die Überreste des Gebäudes abgerissen. Die Natur gewann ihren Lebensraum zurück, und heute zeugen keine Spuren mehr vom ehemaligen Café auf dem Hügel.

Der Konstantinsteg im Prater eignet sich gut als Fotospot.

Wenn ihr noch weitere Einblicke in diese besonderen Orte erhalten möchtet, dann folgt uns auf Instagram und Facebook, wo wir in den nächsten Tagen weitere Einblicke Fotos und Videos veröffentlichen werden. Stay tuned!

Für mehr Inspiration für Aktivitäten draußen solltet ihr euch auch unbedingt unsere Wiener Audioguides anschauen!

 

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