Die Blaue Moschee in Istanbul bei Sonnenuntergang

Eine kurze Geschichte der blauen Moschee in Istanbul

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Die Blaue Moschee ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Istanbuls und eine Sehenswürdigkeit, die du nicht verpassen solltest. Mit ihren sechs Minaretten fällt sie schon von weitem auf und ist ein beliebtes Fotomotiv. Aber sie ist nicht nur eine Touristenattraktion, sondern auch ein aktiv genutztes religiöses Gebäude! Hier findest du die wichtigsten Informationen und Geschichten über die beeindruckende Blaue Moschee.

Der Bau der Blauen Moschee

Sultan Ahmed I bestieg 1603 im jungen Alter von 1 Jahren 1603 den Thron. Er gab den Bau der Blauen Moschee in Auftrag, die auch als Sultan-Ahmed-Moschee (Sultanahmet Camii auf Turkisch) bekannt ist. Zwischen 1609 und 1616 wurde der beeindruckende Bau vom Architekten Sedefkâr Mehmed Ağa errichtet. Sultan Ahmed I wollte eine Moschee, die schöner und beeindruckender war als die Hagia Sophia. Um die Überlegenheit der Blauen Moschee zu zeigen, ließ er sie in unmittelbarer Nähe zur Hagia Sophia errichten. Aber warum ließ der Sultan überhaupt ein so großes und aufwändiges Gebäude bauen? Nach dem Langen Türkenkrieg zwischen dem Osmanischen Reich und den Habsburgern spürte er, dass das Vertrauen der Menschen in die Regierung schwand. Also suchte er nach einem Weg, seine Macht zu stärken und seine Untertanen zu besänftigen. Da das Osmanische Reich aber nicht als Sieger aus dem Krieg hervorging, musste er den Bau der Blauen Moschee aus der Schatzkammer bezahlen.

Der Hof der Blauen Moschee

Der Hof der Blauen Moschee

Die herausragende Architektur der Blauen Moschee

Die Blaue Moschee ist eine der letzten, die der klassischen Periode zugeordnet wird. Sie vereint byzantinisch-christliche sowie traditionell islamische Architekturelemente. Für ihren Bau mussten Teile der Überreste des Großen Palasts von Konstantinopel weichen. Die Moschee ist für ihre fünf Hauptkuppeln und acht Nebenkuppeln sowie ihre sechs Minarette bekannt. Somit ist sie eine von nur wenigen Moscheen mit so vielen Minaretten. Der riesige Hof ist beeindruckend und mit raffinierten Dekorationen versehen. Schau dich um und entdecke die vielen Details!

Die sechs Minarette

Als die Blaue Moschee gebaut wurde, gab es nur eine andere mit so vielen Minaretten: die wichtigste Moschee des Islam in Mekka, die Masjid al-Haram Moschee. Die religiösen Führer des Islam fanden es anmaßend, dass die Blaue Moschee genauso viele Minarette hatte wie die Moschee in Mekka. Um dies wieder gut zu machen, ließ Sultan Ahmed I ein siebtes Minarett in Mekka dazubauen. Es ist aber unklar, ob diese Überlieferung stimmt oder ob das siebte Minarett schon existierte, bevor die Blaue Moschee errichtet wurde. Der Legende nach kam es wegen eines Missverständnisses zum Bau der sechs Minarette. Angeblich beauftragte der Sultan den Architekten damit, eine Moschee mit goldenen Minaretten, „altın minareler“, zu bauen. Der Architekt verstand aber, dass er sechs Minarette wolle, was auf Türkisch fast genaus klingt, nämlich „altı minareler“. Eine andere Version der Geschichte ist, dass er deshalb sechs baute, weil die goldenen Minarette zu teuer gewesen wären.

Blaue Iznik-Fliesen geben der Blauen Moschee ihren Namen

Blaue Iznik-Fliesen geben der Blauen Moschee ihren Namen

Das Blau in der Moschee

Vielleicht wunderst du dich, woher die Blaue Moschee ihren Namen hat. Die Antwort findest du im Inneren! Der Großteil ist mit wunderschönen islamischen Ornamenten verziert und Verse des Koran und der Sprüche des Propheten Mohammed schmücken die Wände. Wenn du hinaufschaust, siehst du unzählige Keramikfliesen in verschiedenen Blautönen. Diese handgemachten Fliesen zieren traditionelle Osmanische Muster, die Lilien, Nelken, Früchte, Tulpen und vieles mehr zeigen. Sie kommen aus dem Ort İznik, der für Keramik und Fliesen berühmt ist. Die Kuppeln der Moschee sind hell erleuchtet; natürliches Licht scheint durch mehr als 200 bunte Fenster. Von der Decke hängen riesige Luster, die früher mit Straßeneiern zwischen den Öllampen bestückt waren, um Spinnen zu vertreiben. Der Boden ist mit einem roten Teppich ausgelegt, der regelmäßig erneuert wird und von den Gläubigen gespendet wird.

Tageslicht leuchtet durch die bunten Glasfenster der Blauen Moschee

Tageslicht leuchtet durch die bunten Glasfenster der Blauen Moschee

Ein Besuch in der Blauen Moschee

Die Blaue Moschee ist kein Museum, sondern eine aktive Moschee. Sie ist für Nicht-Betende während der fünf täglichen Gebetszeiten geschlossen, also plane gut voraus! Halte dich bitte an die Regeln und bedecke Schultern und Beine; Frauen müssen auch ihren Kopf bedecken. Ziehe vor dem Eintreten deine Schuhe aus und gib sie in die Plastiktüte, die du am Eingang bekommst. Der Eintritt ist gratis, Spenden sind erwünscht.

Die Blaue Moschee und andere Kulturdenkmäler in der Umgebung

Wenn du schon in der Gegend bist, gibt es einige andere tolle Dinge zu sehen. Ganz in der Nähe findest du zwei Obelisken, die Schlangensäule, die Firuz-Aga-Moschee und viele weitere Sehenswürdigkeiten. Und wenn du dann Hunger bekommst, ist die Tavukhane Straße mit ihren vielen Cafés und Restaurants  nicht weit! Am besten kannst du die Blaue Moschee und ihre Umgebung mit unserem digialen Audioguide „Die Blaue Moschee und andere Kulturdenkmäler“ erkunden – ganz in deinem eigenen Tempo! Besuche die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, erfahre alles über ihre Geschichte und entdecke die Stadt. Und wenn du dann nicht genug hast, schau dir unsere anderen Guides über Istanbul an!

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