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Herbert W. Franke – ein Nachruf auf den Wegbereiter des Metaverse

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Der im Sommer 2022 verstorbene Herbert W. Franke war ein Pionier auf den Gebieten der Computergrafik und der Computerkunst und gilt für viele als Wegbereiter des Metaverse. In diesem Blogartikel beleuchten wir das Leben dieser faszinierenden Persönlichkeit, die außerdem noch Physiker, Science-Fiction-Schriftsteller und Höhlenforscher war.

Die Anfänge des Internets und der Computerkunst

In den 1970er Jahren steckte das Internet noch in seinen Kinderschuhen oder vielmehr Babysocken. Damals wurden die ersten Grundsteine gelegt und das Arpanet, der Vorläufer des heutigen Internets, verknüpfte 1969 erstmals mehrere Großrechner von Universitäten und Forschungseinrichtungen. Bis zum Internet, wie wir es heute kennen, und zu neuen Entwicklungen wie der Blockchain oder des Metaverse war es noch ein langer Weg.

Als vermutlich einer der ersten begann Herbert W. Franke bereits 1954 an sogenannten Analogcomputern und später an Mainframe-Computern mithilfe von Algorithmen Kunst und Grafiken zu erschaffen[1]. Er benutzte ein Oszilloskop und eine Kamera, um Linien und Muster zu erschaffen[2]. Von 1973 bis 1997 unterrichtete er an der Ludwig-Maximilians-Universität in München „Kybernetische Ästhetik“ und veröffentlichte bereits 1971 das Buch „Computergrafik Computerkunst“.

Er arbeitete mit Systemen wie Fraktalen oder algebraischer Formeln, um abstrakte Bilder zu erschaffen, bearbeitete Bilder digital mit für heutige Begriffe sehr einfachen Mitteln bis sie zu etwas neuem wurden und verwendete verschiedenste Geräte dafür wie z. B. solche aus der Medizintechnik. Ein Artikel des Standard zeigt einen umfassenden Einblick in sein Schaffen anhand vieler Bildbeispiele.

1979 begründete Herbert W. Franke gemeinsam mit Hannes Leopoldseder, Hubert Bognermayr und Ulli Rützel das erste Ars Electronica Festival.

By decoded conference – decoded speaker 2011, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=73781336

Galaxy-Z – das Metaverse von Herbert W. Franke

Ab 2001 (oder 2005, je nach Quelle) begann Franke, am „Galaxy-Z“ zu arbeiten, einer 3D-Online-Galerie – also einer Art Metaverse, das ab 2008 via Active Worlds zugänglich war. Benannt wurde sie nach dem deutschen Computer-Pionier Konrad Zuse. Dort ist es möglich, mit einem Avatar durch verschiedene Räume zu gehen und digitale Kunstwerke zu betrachten – man kann aber diese Welten auch selbst (um-)gestalten, eigene Räume konzipieren und die Räume anderer besuchen. Damit nahm er vieles heutiger 3D-Welten vorweg. Was aus heutiger Sicht noch etwas rudimentär anmutet, war für damalige Begriffe revolutionär und wegweisend. Seine 3D-Welten waren nicht bloße Grafiken, sie wurden durch mathematische Berechnungen steuerbar und „erlebbar“ gemacht. Eine Ausstellung über Galaxy-Z findet ihr bei voxels.

Bis zum Schluss blieb Herbert W. Franke am Puls der Zeit und war mit neuesten technischen Entwicklungen vertraut. So ließ er etwa ab 1.6.2022 im alter von 95 Jahren einige seiner Werke als NFTs versteigern und gründete mit dem Erlös die „art meets science – Stiftung Herbert W. Franke“[3].

Der 1927 in Wien geborene Franke, der sich selbst gerne „Dinosaurier der Computerkunst“ nannte, starb am 16. Juli 2022 in Egling, Deutschland.

 

Mehr über Themen wie diese findet ihr in unserer Blogkategorie Crypto & Kultur!

 

[1] Siehe auch: https://dam.org/museum/franke-visionary, zuletzt aufgerufen am 10.11.2022

[2] http://dada.compart-bremen.de/item/agent/188, zuletzt aufgerufen am 10.11.2022

[3] https://www.sueddeutsche.de/muenchen/wolfratshausen/egling-oesterreich-herbert-w-franke-pionier-computerkunst-universalgenie-nft-linz-francisco-carolinum-1.5587941 zuletzt besucht am 11.11.2022

 

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