Museen im Lockdown und ihre digitalen Strategien

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Die Krise ist eine Herausforderung für viele – dieses Mal möchten wir uns ansehen, wie ausgewählte Museen im Lockdown in Österreich, Deutschland und der Schweiz mit der Situation umgehen und euch ein paar ihrer Online-Angebote vorstellen. #ClosedButActive 

Die Digitalisierung schreitet voran – mal langsamer, mal schneller. Einige Museen haben bereits virtuelle Projekte umgesetzt, manche haben gerade erst begonnen. Meist steht am Anfang die Erstellung digitaler Kataloge der Sammlungen. Es ist aber noch viel mehr möglich – von virtuellen Rundgängen, interaktiven Spielen, digitalen Guides, spannenden Visualisierungen und vielem mehr. 

Die folgenden Beispiele sind nur ein kleiner Überblick, was im deutschsprachen Raum alles angeboten wird. Folgt unseren Empfehlungen und recherchiert auch selbst – ihr werdet eine Fülle an unterschiedlichsten digitalen Angeboten finden! 

Wien 

Die Wiener Secession hat ihr Angebot sowohl in den sozialen Medien als auch auf der eigenen Website ausgebaut. In ihrem Blog findet man Videos, die durch die aktuelle Ausstellung führen, KünstlerInnengespräche und vieles mehr. Den Audioguide zur permanenten Ausstellung könnt ihr  bei Cultural Places online sogar gratis anhören

Das Kunsthistorische Museum in Wien hat schon im Frühling schnell auf die Museumsschließungen reagiert und bietet eine große Bandbreite an digitalen Angeboten. So kann man via Instagram an KuratorInnenführungen teilnehmen, die Online-Sammlung durchstöbern, Podcasts anhören oder beispielsweise in einer Videoreihe spannende Gespräche mit KünstlerInnen ansehen. 

Das Haus der Geschichte Österreich (hdgö) zeigt verschiedene Online-Ausstellungen. Elf neue Perspektiven auf 1945 ist ein Beispiel für das Internet als perfektes Medium für eine Häuser übergreifende Ausstellung – hier sind Exponate des hdgös sowie aus den zehn Landesmuseen in Österreich und Südtirol zu sehen. 

Graz 

Kunsthaus Graz © atmos.views 

Auf der Website des Universalmuseum Joanneum findet man die Online-Angebote aller Ausstellungshäuser, z. B. von Kunsthaus, Zeughaus, Archäologiemuseum, etc. Dort findest du Videos mit spannenden KünstlerInnen, digitale Ausstellungen, Postcasts, Inspirationen für kreative Kinderspiele und vieles mehr! 

Ein interessantes neues Feature durften wir von Cultural Places gemeinsam mit den Verantwortlichen des Projektes rund um das ehemaligen Umsiedlerlager Liebenau umsetzen. Eine alte Luftaufnahme, auf der die Bauten des Lagers sowie unzählige Bombenkrater zu sehen sind, wurde mittels genauer Georeferenzierung über eine aktuelle Karte gelegt. So kann zwischen damals und jetzt hin- und hergeschalten werden und das Ausmaß der Gräueltaten kann – in Kombination mit historischen Fotos und begleitenden Texten – besser fassbar gemacht werden. 

Berlin 

Homepage Foto der Startseite der Jewish Places Website © Jüdisches Museum Berlin

Das Jüdische Museum Berlin bietet virtuellen BesucherInnen einen digitalen Schaukasten, in dem Online-Projekte gesammelt sind – einige von ihnen sind schon vor Corona entstanden. Das online-Spiel Wie würden Sie entscheiden? zum Thema Restitution sticht hier besonders hervor und die interaktive Visualisierung Topographie der Gewalt zeigt auf beeindruckende Weise antisemitische Gewalttaten in Deutschland 1930–1938. Außerdem wurde die Website Jewish Places initiiert: Dort kann man einerseits Orte jüdischen Lebens in Berlin finden und auch selbst eintragen, inklusive Bildern und Hintergrundinformationen.   

München 

In München haben die Pinakoteken ihre Sammlungen online zugänglich gemacht – so könnt ihr unglaubliche 25.000 Kunstwerke in hoher Qualität bestaunen. Unter dem Namen #Kunstminute sprechen KuratorInnen wöchentlich eine Minute über ein Kunstwerk – zu sehen hier oder auf Facebook oder Instagram.  

Schweiz 

Das Open Museum bietet einen digitalen Ausstellungsbesuch zum Thema Spanische Grippe an. Das virtuelle Museum ist im Rahmen des #VersusVirus-Hackathon mit dem Ziel entstanden, Kunst und Kultur auch in Zeiten von Corona leicht verfügbar zu machen. 

Digitalisierung als Chance 

Digitalisierung ist kein Marketinggag, sondern ein wichtiges Tool in den Bereichen Wissensvermittlung und Inklusion. Nicht allen Menschen ist ein Museumsbesuch möglich, aus unterschiedlichsten Gründen – auch in Zeiten, wo es keine coronabedingten Schließungen gibt. Durch Digitalisierung können neue Zielgruppen erreicht, zusätzliche Angebote geschaffen und neue, spannende Formate angeboten werden. Immer mehr Menschen sind es gewohnt, digitale Inhalte zu konsumieren und das Anbieten dieser bedeutet nicht, dass das analoge Museum deshalb bald Geschichte sein wird. Vielmehr wird es um eine zusätzliche Schiene erweitert, von der sowohl die Museen als auch deren Publikum profitieren können. 

Welche Ansätze Museen im Lockdown in aller Welt verfolgen und was es hier noch alles zu entdecken gibt verraten wir euch bald an dieser Stelle, also bleibt dran! 

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