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Mystische Plätze in Wien

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Es ist nicht zu leugnen, dass der Herbst in Wien angekommen ist. Die Tage werden kürzer und dunkler, es ist düster und der Morgennebel hüllt die Stadt in ein magisches Zwielicht. Wir wollten diese einzigartige Spätherbstatmosphäre nutzen, um einige mystische Plätze in Wien zu erkunden, die ihr vielleicht noch nie zuvor besucht habt. So unterschiedlich diese Orte auch sein mögen, was sie gemeinsam haben, ist ihre einzigartige, mystische und manchmal sogar gespenstische Atmosphäre. Folgt uns also auf unserer kleinen Tour durch Wien und erkundet mit uns die Stadt abseits der bekannten Touristendestinationen.

Katakomben

Wir beginnen unseren kleinen Rundgang in der Innenstadt am berühmten Stephansdom. Der Touristenmagnet ist für seine atemberaubende gotische Architektur bekannt, aber wisst ihr auch, was sich unter seiner Oberfläche verbirgt?

Direkt unter dem südlichen Seitenschiff, in der Nähe des Altars der Kirche, befinden sich die Wiener Katakomben. Die Katakomben sind im Grunde genommen ein riesiger unterirdischer Friedhof. Klingt schon irgendwie spooky, oder? Schauen wir uns den Aufbau der Katakomben einmal genauer an. Wenn ihr die Treppe hinuntergehen, erreicht ihr den ersten Teil der Katakomben, die sogenannte „Kaisergruft“. Hier wurden die sterblichen Überreste der kaiserlichen Habsburger Familie beigesetzt. Allerdings nicht deren gesamte Leichname, sondern nur ihre Innereien und Organe, die hier bis heute in Marmorgefäßen aufbewahrt werden. Der übrige Teil ihrer Leichen wurde in der Kapuzinergruft beigesetzt. Diese Methode diente der besseren Konservierung.

Nach der Kaisergruft kommt man an zwei weiteren Gruften vorbei, in denen Kardinäle und Bischöfe bestattet wurden. Im Gegensatz zu den Habsburgern wurden ihre Leichname hinter Marmorplatten beigesetzt.  Der gruseligste Teil der Katakomben beginnt jedoch erst jetzt. Nun gelangt man zu den „Neuen Grüften“, die um 1744 errichtet wurden. Sie bestehen aus 30 Grabkammern und erstrecken sich über zwei Stockwerke. Ihre volle Größe füllt dabei die gesamte Fläche des Stephansplatzes aus.

Damals wurden die Leichen einfach in die Gruft geworfen und übereinandergestapelt. Wenn eine Grabkammer voll war, wurde sie zugemauert und eine weitere Kammer errichtet. Da dies eine Weile dauern konnte, verwesten bis zu diesem Zeitpunkt bereits zahlreiche Leichen. Gerüchte besagen, dass der Stephansdom eines Tages sogar wegen des daraus resultierenden schrecklichen Geruchs geschlossen worden war.  Im Jahre 1783 wurden die Bestattungen in den Katakomben schließlich verboten. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden dort mehr als 10.000 Menschen beerdigt.

Einen Teil der Katakomben kann man heute noch besichtigen. Bei einem Rundgang durch diese schaurige Umgebung kann man sogar noch einige der verbliebenen Knochen sehen, die in den Grabkammern aufgestapelt sind.

Habt ihr gewusst, was sich unter dem Stephansdom verbirgt?

Blutgasse

In unmittelbarer Nähe der Katakomben und noch im ersten Bezirk befindet sich eine schmale Gasse mit dem unheimlichen Namen „Blutgasse“. Woher der Straßenname stammt, ist nicht vollständig bekannt und durch keinerlei historische Beweise belegt. Es gibt jedoch zwei Legenden, die versuchen, Licht in die Entstehungsgeschichte zu bringen. Die eine besagt, dass es in dieser Straße im Mittelalter ein Schlachthaus gab, aus dem das Blut durch Rinnen in die Gasse geleitet wurde. Eine andere besagt, dass hier 1312 französische Tempelritter ermordet wurden und die ganze Straße mit ihrem Blut getränkt war. Was auch immer der wahre Grund dafür sein mag, die Gasse hat bis heute eine mystische und etwas unheimliche Ausstrahlung.

Es ranken sich einige Mythen darum, wie die Blutgasse zu ihrem Namen gekommen ist.

Friedhof der Namenlosen

Wir setzen unsere Tour zu mystischen Plätze in Wien fort und verlassen jetzt die Innenstadt, um einen schwermütigen Ort am Stadtrand in der Nähe des Alberner Hafens zu besuchen, den Friedhof der Namenlosen. An den Ufern der Donau gelegen wurden hier zwischen 1840 und 1900 insgesamt 478 Leichen von Ertrunkenen an Land gespült. Die Namen der Menschen waren nicht bekannt, und ihre Überreste waren oft bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Mit den damaligen gerichtsmedizinischen Mitteln war eine Identifizierung nicht mehr möglich, so dass sie hier ohne großen Aufwand beigesetzt wurden. Da dieser erste Teil des Friedhofs regelmäßig überflutet wurde, wurde 1900 ein neuer Friedhof eröffnet. Die Leichen, die nach 1900 an Land gespült wurden, wurden hier begraben. Zwischen 1900 und 1940 wurden hier 104 Leichen begraben. Unbekannt“ oder „Namenlos“ steht auf den einfachen Kreuzen auf ihren Gräbern geschrieben.

Nur wenige Gräber geben Auskunft über die Todesursache. Zum Beispiel „Fahrradunfall“ oder “ oder „Von fremder Hand ertrunken“. Eine besonders tragische Geschichte ist der Tod eines kleinen Kindes, das in einem Schuhkarton an Land gespült wurde. Josef Fuchs, der sich damals ehrenamtlich um den Friedhof kümmerte, begrub den Jungen und schrieb den Namen „Sepperl“ auf das Grab, das noch heute besichtigt werden kann.

Die Leiche eines kleinen Buben, der später Sepperl genannt wurde, wurde in einem Schuhkarton angespült.

1940 fand die letzte Beerdigung auf dem Friedhof der Namenlosen statt, da sich der Wasserstrudel, der die Leichen an Land spülte, durch eine Umstrukturierung des Hafens veränderte und der Friedhof geschlossen wurde. Heute ist der Friedhof ein mystischer und ruhiger Ort, idyllisch eingerahmt von großen Bäumen, und erinnert die Besucher an die Vergänglichkeit des Lebens und an die tödliche Kraft, die Wasser haben kann.

Jeden ersten Sonntag nach Allerheiligen wird von den Donaufischern als Andenken an die Toten ein kleines Floß in die Donau gelassen. Es ist mit Kerzen geschmückt und ziert die Inschrift „An die Opfer der Donau“.

Der Friedhof der Namenlosen ist die letzte Ruhestätte für die namenlosen Opfer der Donau.

Gedicht über den Friedhof von Graf Wickenburg.

Zentralfriedhof

Wenn wir jetzt in die Innenstadt zurückkehren, wäre unsere Tour zu mystischen Plätzen in Wien, ohne noch einen Halt auf dem größten und berühmtesten Friedhof Wiens, dem Wiener Zentralfriedhof einzulegen, nur halb so vollständig.

Wenn man durch eines der großen Eingangstore geht, taucht man sofort in eine andere Welt ein. Mit einer Größe von rund 2 Quadratkilometern ist der Wiener Zentralfriedhof der zweitgrößte Friedhof Europas. Er wurde 1874 eröffnet, sein riesiges Areal gleicht einem Park und wird von den Wienerinnen und Wienern auch als Naherholungsgebiet zum Joggen, Spazierengehen, Radfahren etc. genutzt. Der Friedhof ist sogar Heimat für viele Tierarten! Passt also auf, ihr werdet hier zwar keinen Gespenstern begegnen, aber vielleicht Hirschen, Eichhörnchen oder Mardern.

Das weitläufige Areal des Zentralfriedhofs ist ein beliebtes Naherholungsbiet der WienerInnen.

Der Zentralfriedhof beherbergt mehr als 330.000 Gräber und ist auch die letzte Ruhestätte für viele berühmte Persönlichkeiten. Man findet dort nicht nur Ehrengräber von berühmten Komponisten wie Ludwig van Beethoven, Schubert oder Johann Strauss, sondern auch von zeitgenössischen Musikern wie Udo Jürgens, dem Jazzpianisten Joe Zawinul oder Falco.

Viele bekannte Persönlichkeiten liegen hier begraben, wie zum Beispiel Johann Strauss.

Das Grab von Falco ist zu einer Pilgerstätte für Fans weltweit geworden.

Um mehr über berühmte Wiener Musiker zu erfahren, legen wir euch unseren Wien Audio-Guide für Musikbegeisterte ans Herz, mit dem ihr mehr über die musikalische Geschichte Wiens erfahren könnt.

Wenn ihr eines dieser genannten Gräber besuchen möchtet, empfehlen wir euch auf jeden Fall, vorher den Lageplan des Friedhofs anzusehen, da ihr euch sonst leicht in dieser grünen und mystischen Oase verirren könnt.

Einmal am Friedhof angekommen, solltet ihr auch unbedingt einen Abstecher zur Friedhofskirche St. Karl Borromäus machen, die sicherlich zu den schönsten Jugendstilkirchen Wiens gehört.

Wenn ihr nach mehr Plätzen sucht, an denen ihr den Herbst genießen könnt, legen wir euch unseren Blogpost über bezaubernde Herbstspaziergänge in Wien ans Herz.

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