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Wie Museen Social Media nutzen

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Social Media ist mittlerweile zu einem wichtigen Kommunikations- und Marketingtool geworden, auch in der Kulturbranche. Immer mehr Museen und andere Kulturorganisationen setzen auf Twitter, Instagram, Facebook und Co, um ihr Publikum zu erreichen.

Mit den BesucherInnen interagieren – analog und digital

Die Interaktion mit den BesucherInnen war für Museen schon immer wichtig, schließlich ist ein Teil ihrer Arbeit die Kulturvermittlung. Aber nicht nur mittels Führungen, Workshops oder Vorträgen wird und wurde kommuniziert, auch Broschüren, Flyer, der Verkaufsschalter u.v.m. sind Berührungspunkte zwischen den Museen und deren (potentiellen) BesucherInnen. Mit dem Aufkommen des Internets kamen neue Möglichkeiten hinzu: zunächst einmal die eigene Website, später dann Social Media Plattformen wie Twitter, Instagram, Facebook, etc. Und als dann Anfang 2020 die Welt von dem Corona-Virus teilweise lahmgelegt wurde und somit auch unzählige Museen weltweit für längere Zeit schließen mussten, stellte sich die Frage, wie sie mit ihrem Publikum weiterhin in Kontakt bleiben können – und was eignet sich da besser als Social Media?

Veränderte Kommunikation im 21. Jahrhundert

Social Media, die sozialen Medien, sind ein wichtiges und spannendes Tool, wenn es um Kommunikation im 21. Jahrhundert geht. Im Zentrum steht hier die soziale Interaktion, sie sind also im Gegensatz zu Medien wie z. B. der Tageszeitung nicht auf einseitige Kommunikation ausgelegt. Vielmehr ist das Kommentieren, Liken und Teilen essentieller Bestandteil einer gelungenen Social Media Strategie – es geht also nicht darum, Informationen einfach nur zur Verfügung zu stellen, sondern auch um die Reaktionen darauf. Dies hat einen großen Vorteil, den sich auch Kulturorganisationen zu Nutze machen können: Man bekommt direktes Feedback und weiß daher, was das eigene bzw. potentielle Publikum interessant findet und kann so auch leichter mit seiner Zielgruppe in Interaktion treten

Alles nur für die Likes?

Plattformen wie Instagram, Facebook und Co. wird oft der Vorwurf gemacht, sie würden Inhalte verflachen und hauptsächlich auf Oberflächlichkeit setzen. Das mag ein Grund sein, warum der Kunst- und Kulturbereich anfangs eher zögerlich war, wenn es um die Nutzung von Social Media ging. Der Vorwurf ist vielleicht nicht ganz falsch – in einem Posting auf Instagram kann man nicht so viel Inhalt hinüberbringen wie in einem Katalog oder bei einer Führung. Hierbei darf aber nicht vergessen werden, dass Social Media ja keinesfalls diese Formate ersetzen soll, sondern komplementär zu diesen funktioniert. So können Museen hier auf Augenhöhe mit ihrem Publikum agieren und kommunizieren und neue Zielgruppen gewinnen. Außerdem kann Social Media sehr gut für kooperative Aktionen und Vernetzung verwendet werden, wie z. B. durch die Verwendung des Lockdown-Hashtags #closedbutactive, unter dem Museen ihre Aktivitäten während der Schließungen zeigen.

Statue mit Handy und Social Media Symbolen

Social Media – nicht einfach nur nebenbei

Mittlerweile haben sehr viele Museen und Kulturorganisationen ihre eigenen Social Media Auftritte. Doch ist dies überhaupt notwendig? Benötigt etwa ein kleines Regionalmuseum unbedingt einen eigenen Twitter-, Instagram- und Facebook-Kanal? Höchstwahrscheinlich nicht, vielleicht aber doch. Immerhin ist die Betreuung von Social Media Kanälen viel Arbeit – es sollte regelmäßig gepostet werden und die Erstellung von gutem Content braucht Zeit. Außerdem wollen auch Kommentare sowie Direktnachrichten gelesen und beantwortet, sowie Recherche und Ideenfindung für neue Kampagnen und Aktionen durchgeführt werden – und die Analyse und das Erheben von Kennzahlen sollte auch nicht vergessen werden. Dafür ist Zeit sowie auch medienspezifisches Wissen notwendig.

Die Social Media Nutzung von Museen und anderen Kulturorganisationen hat in den letzten zwei Jahren zugenommen und Instagram überholte dabei Twitter (siehe Artikel von The Art Newspaper). Dabei müssen die Museen auch lernen, wie mit relativ neuen Tools wie Social Media umzugehen ist und sich gegebenenfalls anpassen. Dabei gibt es jedoch auch Unterstützung, sei es der Social Media Leitfaden der ICOM oder auch spezielle Kurse und Coachings bis hin zur Auslagerung der Tätigkeiten.

Gelungene Social Media Aktionen von Museen

So schön so gut – doch wie können gelungene Social Media Aktionen eigentlich aussehen? Wir wollen euch ein paar ausgewählte Beispiele vorstellen:

KHM Art Aperitivo und Ask a Curator
Das Kunsthistorische Museum Wien ist immer vorne mit dabei, wenn es um spannende (digitale) Formate geht. Wie so viele Kampagnen wurden Art Aperitivo und Ask a Curator im Frühjahr 2020 gestartet – die beiden Videoformate, die auf Instagram gestreamt werden, haben sich aber offensichtlich bewährt und wurden teilweise weitergeführt. Seit 23. November 2021 gibt es den Art Aperitivo nun wieder, ein abendliches Talkformat bei einem Aperitiv mit unterschiedlichen Themen, bei denen sich die ZuseherInnen auch mit Fragen etc. einbringen können.

Tussen Kunst & Quarantaine / Getty Museums Challenge
Viele haben sie schon gesehen, die Nachstellungen von (bekannten) Kunstwerken, oft mit Alltagsgegenständen. Initiiert wurde es vom Instagram Account Tussen Kunst & Quarantaine (Zwischen Kunst & Quarantäne) der 31-jährigen Niederländerin Anneloes Officer im Frühling 2020. Zu weiterer Bekanntheit des Projektes hat dann das Getty Museum in Los Angeles verholfen. Diese Challenge ging wirklich viral – vermutlich, weil sie lustig war, die Menschen zuhause direkt einband und man leicht teilnehmen konnte. Museen konnten wiederum die kreativen Umsetzungen reposten und so in Interaktion mit ihrem Publikum treten. Auch heute kommen noch regelmäßig neue Einträge hinzu.

#CreepiestObject, gestartet vom Yorkshire Museum
Im ersten Lockdown, von dem im Frühjahr 2020 Museen weltweit betroffen waren, startete das Yorkshire Museum eine Aktion mit dem Hashtag #CreepiestObject und rief Museen auf Twitter und Instagram dazu auf, ihre unheimlichsten Objekte und deren Geschichten zu posten. Eine ungewöhnliche Idee und sehr unterhaltsam!

Cultural Places‘ Digitaler Adventkalender
Und, last but not least, möchten wir euch hier noch unseren eigenen Social Media Adventkalender vorstellen: Gemeinsam mit unseren Partnern verlosen wir im Advent 2021 täglich mindestens ein Geschenk von Museen, Kinos, Theatern u.v.m. Mit diesem Projekt möchten wir die teilnehmenden Kulturorganisationen unterstützen und sie mit (neuen) Zielgruppen in Verbindung bringen, indem wir Kulturinteressierte auf ihre Social Media Kanäle bringen.

Dies war nur ein kleiner Einblick – Social Media ist ein weites Feld und es gäbe noch hunderte Beispiele mehr! Schaut euch selbst um, ihr entdeckt bestimmt noch viele spannende Social Media Kanäle von Museen und anderen Kulturorganisationen. Und vergesst natürlich auch nicht, uns selbst auf Social Media zu folgen, auf Instagram und auf Facebook.

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